Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Mole 4

Leuchtfeuer Mole 4 Mole 4 Leuchtfeuer Mole 4

Standort:
Brunsbüttel,
Einfahrt Nord-Ostsee-Kanal,
Vorhafen Große Schleuse

Koordinaten:
53°53‘18“ N
09°07‘36“ E

Baujahr:
1913 mit dem 1. Ausbau Bau des Nord-Ostsee-Kanals mit gemauertem Sockel ( 8,80m ), Laternenraum Stahl.
1977 Ersatz im Rahmen einer Sanierung des Molenkopfes

Baumaterial:
GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff)

Turmhöhe:
13,10m, über Molendeck ( NN +5,00m )

Feuerhöhe:
12,50/14,60m über MThw ( NN + 1,48m )

Die Mole 4 bildet seit 1914 die elbseitige Begrenzung der Zufahrt zur großen Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel. Auf dem Molenkopf befindet sich als Ansteuerungspunkt und Navigationshilfe für die Schifffahrt ein Leuchtfeuer.

Der Turminnenraum beherbergt neben den eigentlichen Leuchtfeuern weitere betriebstechnische Einrichtungen für Nebelfeuer, Objektanstrahlung der Mole und eine Schwimmerpegelanlage mit Datenfernübertragung. Über eine Wendeltreppe gelangt man zu den Leuchtfeuern in der Turmspitze. Die Optiken des Molenfeuers bestehen jeweils aus einer Gürtellinse mit Glühlampe und Wechseleinrichtung. Mittels roter Vorsteckscheiben wird der Schifffahrt ein roter Leitsektor als Festfeuer gezeigt. Dieser Leitsektor wird von weißen Begrenzungssektoren eingeschlossen.
Mit einer Brennweite der Optik von 200mm wird die Lichtstärke von 2520 candela und eine Tragweite in 5,0m Höhe von 12 sm erreicht. Die Energieversorgung erfolgt über Transformatoren aus dem Betriebsnetz mit 1 KV / 220V. Über das Betriebsnetz ist eine dieselbetriebene Notstromversorgung gewährleistet.

Im August 1970 zeigten sich kurzfristig erheblichen Setzungen des Molenkopfes der Mole 4. Zur Vermeidung größerer Schäden wurde der Turm, wegen der Einsturzgefahr des Molenkopfes, kurzfristig komplett demontiert und durch ein provisorisches Leuchtfeuer auf einem Stahlgerüst ersetzt.

Nach einer Grundinstandsetzung des Molenkopfes und des LFT‘s ruht der rot/weiße Leuchtfeuerträger der Mole 4 seit 1977 auf einem Molenkopf bestehend aus Stahlbeton, welcher im Zuge der Sanierung anstelle des ursprünglich gemauerten Molenkopfes eingebaut wurde.

Visuelle Navigationshilfen für die Schifffahrt haben durch den technischen Fortschritt in der Kommunikations- und  Informationstechnik mit automatischen Positionierungs- und Identifikationssystemen allgemein an Bedeutung verloren. Dies hat zur Folge, dass entbehrliche Leuchttürme anderen Nutzungen zugeführt wurden. Nicht so in Brunsbüttel. Hier, in dem schwierigen Revier der Elbe mit den Einfahrten zum NOK, wird durch die Lotsen eine visuelle Navigationshilfe weiterhin für erforderlich gehalten.

Eigentümer des Turmes ist die Bundesrepublik Deutschland, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Der Turm ist für Fußgänger über das Deck der Mole zu erreichen, der Innenraum ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Molendeck ist bei gutem Wetter ein beliebter Treff- und Anlaufpunkt für Spaziergänger.