Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Baustelle im Wintermodus

Datum 23.02.2021

Der vergangene Wintereinbruch hatte auch die Baustelle der 5. Schleusenkammer fest im Griff. Durch Temperaturen unter dem Nullpunkt und nachts zeitweise sogar im zweistelligen Minusbereich waren einige Arbeiten nur eingeschränkt durchführbar oder mussten verschoben werden. Darüber hinaus sorgte auch böiger und eisiger Wind in verschiedenen Bereichen für Einschränkungen. Auf den Gesamtzeitplan des Projekts hatte das eisige Intermezzo allerdings keine Auswirkungen – und mit den steigenden Temperaturen normalisieren sich auch die Arbeitsbedingungen wieder.

Schweißarbeiten lagen auf Eis

In der Baugrube des Binnenhaupts sollten planmäßig erste Bestandteile der Gurt- und Steifenlagen eingebaut und verschweißt werden. Leider machten das die eisigen Temperaturen unmöglich. Um ein zu schnelles Abkühlen und Reißen der Schweißnähte zu verhindern, hätten die Oberflächen der jeweiligen Bauteile großflächig, gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum gewärmt werden müssen. Das war mit darstellbarem Aufwand leider nicht machbar.

Betonarbeiten unter Frostschutz

Einhausung für Betonage Einhausung Vor der Betonage eines Pollerfundamentes ist der Bereich mit einer Plane eingehaust worden, um darunter per Zuheizung die erforderliche Temperatur zu erreichen. Quelle: WSA Brunsbüttel

Rund um die Betonarbeiten sah es besser aus: Sie konnten trotz widriger Witterungsverhältnisse planmäßig stattfinden – allerdings mit erhöhtem Aufwand. Damit sämtliche Materialien zuverlässig verarbeitet werden konnten, mussten unterschiedliche Bereiche vor Frost geschützt werden. So wurden z. B. bereits am Mischwerk die Ausgangsstoffe und das Zugabewasser vorgewärmt. Auch sämtliche Bereiche, die betoniert werden sollten, wurden eingehaust und vor, während und nach der Betonage beheizt – sodass Umgebung und eventuell anschließende Bauteile frostfrei waren.

Erdbaumaßnahmen und Bodenlager

Vereiste Halde Vereiste Halde Bodenlager Dyhrssenmoor: Um an den nicht gefrorenen Kern einer Erdhalde zu gelangen, musste der Baggerfahrer zunächst die obere, durchgeeiste Schicht abtragen. Quelle: WSA Brunsbüttel

Auf der Schleuseninsel wurden weiterhin Abschirmplatten mit Sand und Kies verfüllt. Dabei machte es der gefrorene Boden auf den Halden notwendig, dass zunächst die obere Sandschicht umgelagert wurde, bevor der Sand aus dem nicht gefrorenen Haldenkern entnommen und eingebaut werden konnte.

Im Bodenlager Dyhrssenmoor behinderte die klirrende Kälte insbesondere die Entwässerung des Bodenaushubs: Obwohl einige Entwässerungskanäle und -gräben auch unter einer Eisschicht noch funktionierten, froren Teile der Entwässerungsanlage zu und auch innerhalb des Pumpwerks kam es in den oberen Lagen zu Eisbildung.

Baugrube zugefroren Baugrube zugefroren Auf der gefluteten Drempel-Baugrube des Binnenhauptes bildete sich eine Eisschicht. Quelle: WSA Brunsbüttel

Wind behinderte Kranarbeiten

Auch starker Wind machte die Arbeiten in einigen Bereichen kompliziert. Beispielsweise erfolgt das Betonieren von Abschirmplatten mithilfe ausfahrbarer hoher Betonpumpen, deren Einsatz Mitte Januar aufgrund der Windverhältnisse um einige Tage verschoben werden musste. Auch das passgenaue Einsetzen von Füllbohlen per Kran war bei starken Böen kaum möglich. Generell konnten sämtliche Arten von Kranarbeiten bei starkem Wind nur eingeschränkt stattfinden.